Martin Olczak „Die Akademiemorde“

Die Akademiemorde ©Sabine Kettschau

Die Akademiemorde
©Sabine Kettschau

 

 

 

 

 

 

Martin Olczak „Die Akademiemorde“

Autor: Martin Olczak
Titel: Die Akademiemorde
Ggf. Originaltitel: Academi Morden
Ggf. Übersetzer: Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs
Erscheinungsdatum: 09.06.2014
Verlag: btb
Medium: Paperback, Klappenbroschur
Seitenzahl: 480
ISBN: 978-3-442-74729-0
Genre: Krimi/Thriller
Preis (UVP):
Hardcover: ./.
Taschenbuch: 12,99 Euro
Hörbuch: ./.
Ebook: 9,99 Euro

Verlagsseite
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Über den Autor/die Autorin:

Martin Olczak, geboren 1973, wohnt in Stockholm. Er stöbert leidenschaftlich gerne in Archiven, wo er sich auf die Suche nach geheimnisvollen Geschichten und spannenden Geschehnissen macht. Er ist einer der bekanntesten Jugendbuchautoren Schwedens. „Die Akademiemorde“ ist sein erster Roman für Erwachsene.
(Quelle: Verlag)

Inhalt:

Es ist Mai 2012 in Stockholm und die Festivitäten zum 100. Todestag von August Strindberg sind in vollem Gange. Auf einem Festbankett zu diesen Ehren hält der Ständige Sekretär, Robert Rudqvist. Dies sollte sein letzter öffentlicher Auftritt sein, denn quasi direkt nach seiner Rede verlässt er das Fest und wird kurz darauf ermordet aufgefunden.

Mit diesem Vorfall beginnt eine Geschichte, wie sie ein Autor, der für den Nobelpreis für Literatur nicht besser ersinnen kann. Nach und nach werden etliche Mitglieder der Akademie ermordet, der Modus Operandi gibt Rätsel auf und lässt nicht nur die schwedische Polizei, die Ermittlerin Claudia Rodriguez an vorderster Front oftmals die Stirn runzeln und sich fragen, was oder wer dahinter steckt. Doch können die noch verbliebenen Mitglieder der Akademie gerettet werden? Es scheint fast so, dass der Mörder nicht greifbar ist, ein Phantom, der der Polizei immer einen Schritt voraus ist. Und dann wäre da noch die Frage, welche Bedeutung die Mordwaffe, ja die ganze Inszenierung der Morde haben. Gibt es überhaupt eine Bedeutung? Und wird Claudia Rodriguez mit ihrem Scharfsinn und ihrer Scharfzüngigkeit, die ganz nebenbei auch noch gegen alteingesessene Kollegen sich zur Wehr setzen muss, dahinter kommen und nicht auch noch den Zorn des Mörders auf sich ziehen? Man darf gespannt sein und sich gerne in die heiligen Hallen der schwedischen Akademie entführen lassen.

Meine Meinung:

Auf den Spuren der Geschichte und eines Mörders

Das Buch als solches wurde mir schmackhaft gemacht über den guten Arndt vom Blog AstroLibrium. Und ich war nicht allein! Es begab sich dann, dass auf Facebook ein ganzer Trupp zusammenfand, der dann zur „SoKo Akademiemorde“ avancierte. In dieser SoKo wollten wir den Fall lösen, gemeinsam, anschaulich, tatkräftig. Und es war ein tolles Erlebnis! Es war eine Lese-Erleben, wie man es so schnell nirgends findet und was das Buch noch mal zu etwas besonderem machte.

Da gab es ein Video, welches die im Buch genannte Waffe näher bringt, da werden Personen im Buch in die Realität katapultiert und man kann ihr Leben bei Wikipedia verfolgen… Das nennt man dann wohl interaktives Lesen und Ermitteln! Denn ganz nebenbei, bei allem Spaß, hat die Geschichte uns alle gleichermaßen in den Bann gezogen!

Die Morde sind bemerkenswert inszeniert, der Mörder erscheint in einer bestimmten Verkleidung, die Mordwaffe hat eine bestimmte Bedeutung und alles ist in der Geschichte verankert –in der fiktiven des Romans und in der Geschichte des Nobelpreises für Literatur-. Diese Verknüpfung lässt einem schon mal wirklich in Ermittlereifer verfallen, das Gefühl ist ein anderes, wenn man Google bemühen kann, um eine Figur aus einem Roman zu durchleuchten..

Der Stil ist leicht lesbar, man kann gut folgen, es bedarf keiner großen Erläuterungen. Dadurch, dass Szenen bildhaft beschrieben werden, ohne überfrachtet zu sein, ist man in Stockholm dabei, dringt mit in die Akademie ein, ist in dem Antiquariat (das eine nicht unwichtige Rolle spielt!) und sieht die Figuren vor sich. Und selbst die zarte Liebesgeschichte, die nur so dahingehaucht wird, ist passend und wirkt nicht deplaziert.

Die Protagonisten, allen voran Claudia Rodriguez, taff, eine coole Polizistin, die sich nichts vormachen lässt, sind sehr schön dargestellt, auch sie kann man im Kopfkino lebendig werden lassen und vor sich sehen. Ich würde mich auch ehrlich gesagt freuen, wenn ich sie noch mal wieder sehen dürfte…

Wie schon gesagt, die Geschichte lässt sich leicht verfolgen, es ist kein Hänger zu merken, man möchte wissen, was denn nun hinter allem steckt und wer vor allem! Etwas fantastisch mutet dann das Ende an, aber das ist kein wirklicher Kritikpunkt.

Ich habe nur eine Sache, die mir wirklich durchweg etwas Stirnrunzeln verursacht hat: Ab und zu driften gewisse Personen in die Fäkalsprache ab und benutzen Wörter….die ich einfach in diesem Buch nicht erwartet hätte. Nett umschrieben. Ich fand, das passt einfach nicht, weil dieses Buch für mich zu der intelligenten Fraktion gehört. Da finde ich es einfach unpassend, wenn da auf einmal jemand das Wort „Arsch“ (Verzeihung) in den Raum blökt. Wisst Ihr, was ich meine?

Das war es aber auch schon! An Kritikpunkten meine ich!

Erwähnen möchte ich noch das Cover. Ist schon sehr interessant, diese Schlüssel in den Etagen, das mutet fast wie in einem alten Gasthaus an. Die unterschiedlichen Schlüssel könnten die unterschiedlichen Facetten der Literatur darstellen oder auch der Preisträger? Man weiß es nicht! Aber ich mochte es von Anfang an.

Der Autor war bis jetzt für mich ein unbeschriebenes Blatt, aber ich hoffe wirklich, dass er Claudia Rodriguez vielleicht noch eine Chance gibt, in einem weiteren Buch ihre herausragenden Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

Fazit:

Ein außergewöhnlicher Krimi/Thriller, der ohne Effekthascherei seine Leser in den Bann ziehen kann. Intelligent, ohne viel Splatter und ohne viel Kawumm oder Verfolgungsjagden, aber mit viel Wissen zur Geschichte subtil verpackt in einem spannenden Kriminalfall.

Bewertung: 5 von 5 Nilpferden

Danke an btb. für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Diese Rezension erscheint auch hier:
www.lovelybooks.de
www.amazon.de
www.mayersche.de
www.buecher.de
www.buch.de
www.rezi-online.de/
www.wasliestdu.de
www.kriminetz.de
www.mycrits.de
www.btb.de

Bedanken möchte ich mich aber auch bei Arndt von AstroLibrium für die grandiose Idee und den Anstoß für unsere SoKo, bei seiner besseren Hälfte für das „Ausbrüten“ unserer zauberhaften Eulen-Assistentinnen (siehe Foto) und an meine Mitstreiter, für diese wundervolle Zusammenarbeit, auf dass sie wiederholt werde!

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Ein Kommentar zu “Martin Olczak „Die Akademiemorde“

  1. Pingback: Die Akademiemorde – Martin Olczak – Nobelpreis im Visier | AstroLibrium

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