Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert ©Sabine Kettschau

Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
©Sabine Kettschau

 

 

 

 

 

 

Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“

Autor: Joel Dicker
Titel: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert
Ggf. Originaltitel: La Vérité sur l´Affaire Harry Quebert
Ggf. Übersetzer: Carina von Enzenberg
Erscheinungsdatum: 13.08.2013
Verlag: Piper
Medium: Gebunden mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 736
ISBN: 978-3-492-05600-7
Genre: Belletristik
Preis (UVP):
Hardcover: 22,99 Euro
Taschenbuch: 12,99 Euro  (13.10.2014)
Hörbuch: ./.
Ebook: 16,99 Euro

Verlagsseite
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Autorenseite  (englisch)
Autor auf Facebook
Blog zum Buch (Verlag)

Über den Autor/die Autorin:

Joël Dicker wurde 1985 in Genf geboren. Der studierte Jurist hat bislang zwei Romane geschrieben, »Les Derniers Jours de nos Pères« und »La Vérité sur l’Affaire Harry Quebert«. Für Letzteren bekam er den Grand Prix du Roman der Académie Française zugesprochen sowie den Prix Goncourt des Lycéens. Das bei einem winzigen Verlag erschienene Buch wurde in Frankreich zu der literarischen Sensation des Jahres 2012, die Übersetzungsrechte wurden mittlerweile in über 30 Sprachen verkauft.
(Quelle: Verlag)

Inhalt:

Das Jahr 2008 in dem kleinen, beschaulichen Städtchen Aurora an der Ostküste der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Gemüter der Bewohner, ja ganz Amerika werden erhitzt, erschüttert durch das Entdecken der Leiche eines vor 33 Jahren verschwundenen Mädchens: Nola, das einstmals unbeschwerte, hübsche 15jährige Mädchen verschwand unter mysteriösen Umständen und wurde bis zu diesem Zeitpunkt nicht gefunden. Doch nun wurde sie entdeckt, besser, ihre Leiche. Und zwar im Garten des Schriftstellers Harry Quebert, der just zur damaligen Zeit einen Riesenbestseller schrieb, zu dem viele aufschauen, von den Bewohnern zum Teil verehrt. Doch nun scheint alles nur Schall und Rauch zu sein und sein Buch ein Hinweis auf seine Schuld am Tod des Mädchens vor 33 Jahren.

Ein ehemaliger Schüler Harry Queberts, Marcus Goldman, wird ebenso erschüttert von diesen Anschuldigungen und hat es sich auf die Fahne geschrieben, Harry Queberts Unschuld zu beweisen. Denn davon ist er felsenfest und zunächst unerschütterlich überzeugt, dass sein Mentor, sein strahlendes Schriftstellervorbild gänzlich unschuldig sein muss!

Er selbst befindet sich nach einem schriftstellerischen Höhenflug der Marke Raketenstart im rapiden Sturzflug, er ist in einer Schaffenskrise gefangen und hinterfragt sein sogenanntes Talent und glaubt nicht zuletzt, dass ihm die Aufklärung dieses Falls zu neuem Ruhm und neuer Ehre gereicht.

Doch die Wahrheit, sie ist kein Wunschkonzert. Die Wahrheit schmerzt so manches Mal mehr, als wir es gern hätten. Auch im Fall von Harry Quebert, wo nichts am Ende so ist, wie es zunächst scheint.

Meine Meinung:

Nicht nur die Figuren im Buch fallen hart auf den Boden der Tatsachen…

Was war ich aufgeregt, als die liebe Claudia von Claudias Bücherregal  Gastrezensenten für dieses Buch suchte. Es war ein Riesenwunsch von mir, es zu lesen. Der Hype war ja auch groß genug und ich dachte mir, wenn so viele so unendlich begeistert sind, dann werde ich das auch sein. Wieso nur lass ich mich immer und immer wieder darauf ein? Nun ja, ums gleich vorweg zu nehmen, ich bin nicht so unendlich begeistert. Von mir wird es keine ellenlangen Lobeshymnen geben. Leider.

Zunächst bin ich mit Feuereifer an dieses Buch herangegangen, mit glühenden Wangen, strahlenden Augen, wie ein Kind habe ich es betrachtet, mich darauf eingestellt, den Hammer des Jahres in Händen zu halten. Allein das Ausmaß, 736 Seiten, haben mich jubilieren lassen. Ich mag nun mal dicke, lange Bücher. Aber dann sollte auch wirklich was geboten sein, auf so vielen Seiten. Das war es also nicht in erster Linie, was mich auf den Boden der Tatsachen holte.

Auch nicht die Gestaltung, dass man durch die Löcher quasi auf Seiten dahinter blickt, quasi wie ein heimlicher Blick durchs Schlüsselloch. Zumindest an manchen Stellen. Die Idee fand ich lustig, interessant, machte das Buch auch damit noch zu etwas feinem.

Doch je weiter ich las, umso genervter wurde ich. Es dauerte mir einfach alles viel zu lange. Ja, es sind 33 Jahre. Ja, es lag vieles im Argen und musste mühsam ans Licht gebracht werden. Doch ganz ehrlich? Nachdem der 3. Verdächtige hervorgezaubert wurde, habe ich die Augen verdreht. Und wäre dies nicht eine Gastrezension gewesen, sondern mein reines Vergnügen, hätte es mich spätestens da zur Aufgabe gebracht.

Es war einfach zu viel des Guten! Es wurden wirklich Mordverdächtige aus dem Hut gezaubert, wie die weißen Kaninchen. Ich habe zwischenzeitlich mit mir selbst innerlich schon Wetten abgeschlossen, wer denn als nächster dran ist, ein wirklich sehr schlüssiges Motiv und auch die Möglichkeiten gehabt zu haben, das Mädchen umzubringen.

Nun gut, es gibt eine Story, die –wäre sie nicht ganz so ausgeschlachtet worden- bestimmt viel besser bei mir angekommen wäre. Die Story, was es mit dieser Nola und dem Schriftsteller Harry Quebert und Auroras Bewohnern denn nun im Endeffekt so auf sich hatte. Weil die unterm Strich eben schon nicht schlecht ausgedacht ist, habe ich mir überlegt, diesem Buch doch noch 4 Sterne zu geben.

Auch muss man dem Autor zu Gute lassen, dass er die Protagonisten wirklich äußerst gut ersonnen hat. Sie sind lebhaft, besitzen Tiefe, es hätten nur ein paar weniger sein sollen, dann wäre das ganze nicht so wuselig geraten, für meine Begriffe!

Auch das kleinstädtische, den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts entsprechend, wurde für mich sehr deutlich dargestellt, man sieht es wirklich fast vor sich, das Diner, so typisch für Amerika, dass man glaubt, schon zig mal in so einem seinen Burger bestellt zu haben und die Stammkunden dort zu kennen. Diese ach so gläubigen, moralisch einwandfrei handelnden Kleinstädter, die so manche Leiche im Keller haben (buchstäblich), das mag ich eigentlich sehr, weil es sich für Krimis besonders gut eignet. Und in dem Fall der bildhübschen Aurora lässt es auch viel Raum für Spekulationen, zu was so ein Mädchen alles fähig ist, was hinter der Fassade wirklich steckt.

Ich würde mir wünschen, dass Joel Dicker gern noch mehr knifflige „Fälle“ ersinnt, aber vielleicht sollte er einfach weniger Figuren verarbeiten, ins Spiel bringen, bzw. weniger in den Vordergrund stellen, sondern manchem Typ einfach das Leben als Statist zugestehen. Das würde einem Buch wie diesem einfach besser stehen.

Fazit:

Auch wenn mich jetzt wahrscheinlich viele verteufeln, mich hat das Buch nicht umgehauen, höchstens mit der Vielzahl der potenziellen Täter, die für mich die Story ein wenig ad absurdum geführt hat und deswegen ist für mich der Hype unverständlich und das Buch ist für mich ganz nett, aber kein Reißer.

Bewertung: 4 von 5 Nilpferden

Danke trotzdem an Claudia von Claudias Bücherregal und den Piper-Verlag für die Möglichkeit, mir meine ganz eigene Meinung bilden zu können!

Diese Rezension erscheint auch hier:
www.lovelybooks.de
www.amazon.de
www.mayersche.de
www.buecher.de
www.buch.de
www.rezi-online.de
www.wasliestdu.de

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12 Kommentare zu “Joel Dicker „Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert“

    • Mir ist es so unsagbar schwer gefallen, das Buch zu rezensieren… Und ich habe mal wieder an mir selber gezweifelt 😉 Wo alle das Buch so in den Himmel gelobt haben! Aber lügen kann ich einfach nicht!

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      • Kann ich mir gut vorstellen. Es gibt immer mal Romane bei denen man einfach zweifelt. Aus diesem Grund unterhalte ich mich dann gern beim „literatwoischen Lagerfeuer“ mit anderen Lesern.

        Die Glaubwürdigkeit ist das A und O – ich könnte da auch nicht lügen. Machst du ganz richtig so. Daumen hoch.

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    • Ich wollte erst 3 Sterne nur vergeben, aber wie ich geschrieben habe, gibt es einfach dafür nun doch zu viel Potenzial. Die Geschichte ist wirklich gut erdacht, die Protagonisten toll ausgearbeitet, das Drumrum…mit weniger Tatverdächtigen und so 400 Seiten wärs echt gut gewesen 😉 Deswegen zieh ich nur einen Stern oder besser ein Nilpferd ab 😉

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  1. Guten Morgen Bine,
    eine tolle Rezension 🙂
    Ich weiß so viele schwärmen von diesem Buch aber mich reizt es einfach immer noch nicht und ich kann nicht einmal sagen warum 🙂
    Nach Deiner Rezi bin ich mir sicher das es wirklich nichts für mich ist.
    Wünsche Dir einen schönen Sonn- und Bloggerkommentiertag,
    Ela

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  2. Guten Morgen!

    Um das Buch schleiche ich auch schon länger rum und obwohl ich dicke Wälzer auch mag, hat mich die Seitenzahl etwas abgeschreckt – und anscheinend zu Recht.
    Aber dass du trotzdem 4 von 5 Punkten vergeben hast, obwohl es so langwierig war? Ich werds mir mal überlegen und im Auge behalten 🙂

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    • Wie bei Kastanie schon mal gesagt, eigentlich könnte das Buch echt gut sein, die Machart ist eigentlich wirklich hervorragend, allerdings waren mir zu viele potenzielle Täter da 😉 Das macht dann wiederum viele viele Seiten aus, die man sich hätte sparen können 😉

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  3. *gnampf* Darum mag ich „Hype-Bücher“ so gar nicht, weil sie zumindest MICH seltenst überzeugen können. Keine Ahnung, ob es an mir liegt, aber irgendwie scheine ich nicht immer der großen Meute zu folgen… 😛
    Dabei muss ich sagen: über 700 Seiten? GEIL! Mir geht es ja ähnlich wie dir, je dicker das Buch, umso besser gefällt es mir noch bevor ich anfange, es zu lesen! ❤

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  4. Ich habe das Buch auch erst beendet (meine Rezi wird morgen oder übermorgen online gehen). Ich fand es gut, aber wie du nicht wirklich hervorragend. Ich fand es waren auch nicht zu viele Personen in der Geschichte, aber es war eindeutig zu lang! Man hätte einiges kürzen können und im letzten Drittel hatte ich anfangs etwas Schwieirgkeiten weiter zu lesen….danach wurde es wieder total interessant. LG Martina

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  5. Hi BIne,
    ich hatte mir das Buch ausgeliehen, aber aus Zeitgründen (die buchige Konkurrenz war einfach zu groß *lach*) ungelesen zurückgegeben. Nun bin ich froh darüber.
    Wenn du schreibst, dass du gerne dicke Bücher magst…kennst du schon „Alles Licht, das wir nicht sehen“? Ich bin noch nicht sooo weit, aber die Erzählung hat schon die tiefsten Tiefen meines Leserherzens erreicht 🙂

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