Eduardo Jáuregui „Gespräche mit meiner Katze“

Gespräche mit meiner Katze ©Sabine Kettschau/Niliversum

Gespräche mit meiner Katze
©Sabine Kettschau/Niliversum

Eduardo Jáuregui „Gespräche mit meiner Katze“

Autor: Eduardo Jáuregui
Titel: Gespräche mit meiner Katze
Originaltitel: Conversaciones con mi Gata
Erscheinungsdatum: 31.08.2015
Verlag: Thiele Verlag GmbH
Medium: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Preis: 20,00 Euro
ggf. Übersetzer: Anja Rüdiger (aus dem Spanischen)
Seitenzahl: 360
ISBN: 978-3851793130
Genre: Roman/Gegenwartsliteratur

Weitere Ausführungen:
Ebook: 15,99 Euro (Kindle-Edition)

Links:
Verlag
Verlag auf Facebook

Über den Autor/die Autorin:

Eduardo Jáuregui, geboren in Oxford und aufgewachsen in Spanien, ist Psychologe und spezialisiert auf Positive Psychologie und Humorforschung. Promoviert in Politik- und Sozialwissenschaften ist er heute Dozent an der Saint
Louis University in Madrid und Gründer der Coaching-Agentur Humor Positivo (http://www.humorpositivo.com/). Er hat zahlreiche Sachbücher geschrieben und mehr als achtzig Artikel in Fachzeitschriften veröffentlicht. Im Laufe seines Lebens hat er mit zwei Katzen, acht
Hunden und einem Pinguin – aus Plüsch – zusammengelebt. Dies ist sein erster Roman. (Vielleicht hat er ihn aber auch zusammen mit seiner Katze geschrieben.)
(Quelle: Verlag)

Inhalt:

Sara Leon hat eigentlich alles. Redet sie sich zumindest ein. Einen tollen Mann, einen tollen Job. Lebt im tollen London. Und sie wird bald 40. Da mutet es schon fast wie ein Klischee an, dass in ihrem Leben auf einmal alles aus den Fugen gerät. Ihre Beziehung geht in die Brüche. Der Job treibt sie an den Rand des Wahnsinns. Und überhaupt steckt sie in einer Sinnkrise fest. Und dann klopft eine Katze an ihr Fenster und behauptet, sie adoptiert zu haben. DAS ist nun wirklich der absolute Tiefpunkt.

Oder es ist der Punkt, an dem alles seinen Anfang nimmt…

Meine Meinung:

Lebenshilfe

Jetzt werden viele sagen, klar, dass DU das Buch liest, als Katzenmama durch und durch. Aber das hat glaube ich nur an der Peripherie etwas damit zu tun! Ich habe den Titel entdeckt, als eine andere Bloggerin sein Erscheinen ankündigte und dass sie total gespannt drauf sei. Das war die Initialzündung. Ich habe mir die Kurzbeschreibung durchgelesen, die Kurzbio des Autors und allein der letzte Satz oben, der in Klammern, der hat mich gelockt. Ich schreib ja auch zusammen mit Wallee 😉 Und der Wutz gibt mir ja auch gern ungefragt Tipps oder ist da, auch wenn ich das eigentlich gar nicht will. Und Humor hab ich auch. Katzenmenschen sind eh anders wie andere, sagt man ja sowieso. Und wenn wir ehrlich sind, wir sprechen doch alle mit unseren Samtpfoten. Da fühlt man sich doch bestätigt, wenn eine Romanfigur dies ganz offiziell machen kann und sie wird nicht für verrückt erklärt. Hurra, eine Legitimation.

O.k., ganz so ist es natürlich nicht! Die Katze in dieser Geschichte bringt Sara, die von allem Schönen verlassene „Heldin“ dazu, sich mit sich selbst, ihren eigenen Unzulänglichkeiten, ihrem Hadern mit allem Bösen auf Erden usw. auseinanderzusetzen. Manchmal auch recht drastisch und nicht unbedingt nett. Aber ich habe doch oftmals grinsen müssen und fand Sibila, so heißt die philosophische Katze, einfach klasse.

Und ich wette, wer das Buch liest, der wird sich selbst, seine Handlungen im bisherigen Leben auch mal ganz kurz durch das Sibila-Meter 😉 schicken und hört ihre Stimme im Kopf, die einen analysiert. Man kann irgendwie gar nicht anders als zu denken, ja, sie hat so recht!

Einzig als es an einer Stelle etwas zuuuu „göttlich“, ja schon religiös wurde, hats mir nicht ganz so gefallen, da ging für mich die Leichtigkeit mal kurz verloren, mit der man hier echte Lebensweisheiten präsentiert bekommt. Aber keine Angst, es fängt sich wieder.

Bleibt mir zu sagen, dass dies nicht zwingend ein Buch nur für Katzenmenschen ist. Ich glaube, die Katze ist hier gewählt worden, weil der Autor selbst ein Katzenmensch ist. Vielleicht sollte man sich davon lösen, dieses Buch im gleichen Atemzug mit wirklich ausgewiesenen Katzenbüchern zu nennen. Das wird diesem Kleinod nicht gerecht. Es könnte jemandem, der selbst gerade eine echte Krise, ein tiefes Tal durchschreitet schon Mut machen. Die Kernaussage ist auf alle Fälle, dass man nicht immer so verbissen irgendwelche Rollen ausfüllen sollte, mal locker lässt und einfach akzeptiert, was das Leben uns bietet und nicht immer mit seinem Schicksal hadert.

Sibila hat da auch ganz wunderbar 7 goldene Regeln aufgestellt, die sie uns Lesern mit auf den Weg gibt:

Sibilas 7 goldene Regeln ©Sabine Kettschau/Niliversum

Sibilas 7 goldene Regeln
©Sabine Kettschau/Niliversum

Für mich kein Buch, was man mal eben so liest, bei aller Leichtigkeit und einer Katze, die spricht und auch zum Schmunzeln anregt. Dahinter steckt aber vielmehr eine echte Lebenshilfe, die aus Verzweiflung Mut machen kann, wenn man sie lässt. Also kann man eigentlich nur jedem verzweifelten Menschen an einem Scheideweg so eine Sibila wünschen. Das darf dann auch gern ein Gecko sein. Oder ein Lippenbär vielleicht. Je nachdem, was der Mensch da gerade braucht, um einen neuen Weg zu finden!

Fazit:

Ein Buch, das sich sehr schwer in eine Schublade stecken lässt, was nicht zuletzt an der sprechenden Katze Sibila liegt, die zum Nachdenken anregt und auf ihre unnachahmliche Weise mal ganz andere Wege aufzeigt. Man braucht nur ein bisschen Mut, ihr zu folgen!

Bewertung:

4 von 5 Nilpferden

Danke an den Thiele-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Diese Rezension erscheint auch hier:

Lovelybooks
Amazon
Mayersche Buchhandlung / Was liest Du
bücher.de
buch.de
Rezi-Online
MyCrits
Campus Libris – Literatur en Blog
Goodreads

© Sabine Kettschau/Niliversum

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