Klassiker Weltreise heute mit: Bram Stoker´s Dracula

Klassiker Weltreise heute mit: Bram Stoker´s Dracula

 

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

ich habe die Ehre, Sie heute hier in Dublin, Irland, 15 Marino Crescent, als Startpunkt für unsere heutige Tour durch die literarischen Klassiker begrüßen zu dürfen!

Wem dieses Gebäude so unspektakulär vorkommt, dem sei gesagt, hier hat alles seinen Ursprung. Unsere heutige Reise hat hier das Licht der Welt erblickt. Oder zumindest derjenige, der diese Reise im Geiste zuerst machte: Bram Stoker.

Bram Stoker, wurde am 08. November 1847 in besagtem Haus geboren (verstorben am 20.04.1912). Ihm verdanken wir nun also unsere heutige Reise und ich hoffe, Sie sind sich alle im Klaren darüber, dass dieser Trip nicht ungefährlich ist und einiges an Risiken und Abenteuer bietet…

Gut, wenn denn alle die Verzichtserklärungen unterschrieben haben, bitte ich Sie, Platz zu nehmen, sich anzuschnallen und das Rauchen einzustellen. Wir heben in wenigen Minuten ab! Ich wünsche Ihnen eine gute Reise und viel Vergnügen, so Sie denn die Art von Vergnügen gesucht haben…

Als Reiseunterlagen bekam ich ein altes, schon vergilbtes Tagebuch zugesandt, bei dessen Erhalt ich mich schon fragte, auf was ich mich da eingelassen habe, das muss ich zugeben. Aber schnell haben mich die Schilderungen des jungen Jonathan Harker aus dem 19. Jahrhundert mitgerissen. Fort, in eine andere Zeit, in ein anderes Land, fern von meiner sonstigen Route…

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Falls Sie zur leichteren Orientierung eine Kopie besorgen möchten, so empfehle ich Ihnen, einen Händler Ihres Vertrauens aufzusuchen, der eine autorisierte Abschrift an Sie gegen eine entsprechende Gebühr weitergeben kann. Die Daten, die Sie hierfür benötigen führe ich Ihnen im Folgenden auf:

Autor: Bram Stoker
Titel: Dracula. Ein Vampirroman
Originaltitel: Originaltitel
Erscheinungsdatum: 1997
Verlag: Ullstein
Medium: Taschenbuch
ggf. Übersetzer: Helge Martini
Seitenzahl: 373
ISBN: 978-3548243177
Genre: Fantasy, Horror

Wenn denn alle so weit sind, kann es losgehen 🙂

20160822_175538Es hätte mich stutzig machen sollen, als dieses Anhängsel an den Reiseunterlagen so unheilvoll vor mir lag, wie ein Omen.  Erst recht, als die Fluglinie, mit der ich zur ersten Etappe aufbrach, sich „Bat Airlines“ nannte. Und vielleicht hätte ich Jonathan Harkers Tagebuch vorher komplett lesen sollen, aber ich war ja so ungeduldig. Und so fand ich mich mitten in Rumänien wieder, genau in Bistritz. Und sogleich konnte ich das von dem jungen Anwaltsgehilfen Jonathan Harker, der hier hin geschickt wurde, um dem doch sehr mysteriösen Grafen Dracula ein Anwesen in England zu verkaufen und die Einzelheiten zu besprechen, so bildreich beschriebene Gefühl nachempfinden. Geht es Ihnen genau so, wenn Sie sich umsehen?

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Rumänien ist unbestritten eine Naturschönheit, teilweise unberührt, ursprünglich, bäuerlich. Und so muss es Jonathan Harker auch empfunden haben. Und ihm wurde auch gleich der Aberglaube der Landbevölkerung zuteil. Und ich denke, auch wir können uns den Knoblauchketten und sonstigem gegen die „kalten Wesen“ nicht entziehen. Spielen Sie mit, lassen Sie den Leuten Ihren Aberglauben! Das gehört hier hin! Und trägt dazu bei, die Atmosphäre besser mitnehmen zu können, das Tagebuch wird Sie leiten!

Als nächstes führt uns die Route im Tagebuch zum Schloss des Grafen Dracula. Wie aufregend! Ob Jonathan Harker das auch gedacht hat? Nein, wohl kaum. Er wollte so schnell als möglich seine Geschäfte abwickeln, wollte zu seiner jungen Verlobten Mina zurück. Zurück nach London, in sein gutes, bürgerliches Leben, Mina heiraten, mit ihr eine Familie gründen. By the way, ich hoffe, Sie haben Ihre Angehörigen gut versichert, im Falle des Falles…also…. hüstel… nun ja…man weiß ja nie, was bei so einer Reise geschieht…

Werfen wir doch einen Blick auf das Schloss des Grafen Dracula, die Hauptattraktion unserer Reise

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Nun…es ist ein interessantes Bauwerk! Und hätte Jonathan Barker unsere Möglichkeiten von heute gehabt, so hätte er sich eingehender mit dem Schlossherren beschäftigt! Dann hätte er schon vorher gewusst, dass es nicht ratsam ist, sich allein in dieses Schloss zu begeben. Dann wäre ihm so etliches erspart geblieben. Nun, der Graf Dracula war schon von Beginn an etwas seltsam, doch wer sich mit seiner Reiseunterlage eingehender beschäftigt, der wird schnell erkennen, dass er nicht nur ein bisschen schrullig ist, sondern es etliches in Schloss Bran gibt, was einem die eine oder andere Gänsehaut kostet, oder auch den Verstand…

Für nähere Informationen und falls Sie einen speziellen, geführten Aufenthalt im Schloss (tasächlich!) wünschen, wenden Sie sich bitte an die heutigen Bediensteten von Graf Dracula auf Schloss Bran… Falls Sie unsere Verzichtserklärung aufmerksam gelesen haben, wird Ihnen nicht entgangen sein, dass wir für einen längerfristigen Aufenthalt keine Verantwortung übernehmen.

Denn im weiteren Verlauf des Tagebuchs wird immer deutlicher, welche Kreaturen sich hinter diesen alten, dicken Mauern verbergen, ihr Unwesen treiben. Und alle wollen Ihr Blut. Ist Ihnen der Spaß dieses Risiko wert? Wirklich?

London…Wieso fragen Sie nach London? Sie möchten nach London? Gut, das liegt auf dem Heimweg, war aber jetzt so nicht direkt geplant… Aber ich werde sehen, was die heimische Reiseleitung meint, ich muss erst mal schauen, dass ich hier ein funktionierendes Telefon finde… Vielleicht möchten Sie dort drüben in der Gaststube heimische Köstlichkeiten probieren?

Gut, das wäre geklärt, London steht auch noch auf der Reiseroute, man muss ja heute flexibel sein *haha*.

Die Spuren sind auch wirklich überall… Das ist wirklich aufregend. Wie in den Briefen, den Berichten, die ich weiterhin in dem Tagebuch entdeckt habe! JA, Sie verstehen mich richtig, es sind mehrere Personen beteiligt gewesen und das, was ich hier in Händen halte, ist wirklich brisanter Stoff. Und wenn ich das so sagen darf, nicht unbedingt für Ihre Kinder geeignet. Ich weiß, heutzutage sind die Kids abgebrüht, aber man Sollte Ihnen nicht alles unter die Nase reiben, wenn sie dafür noch nicht bereit sind! Und glauben Sie mir, Graf Dracula hat nicht nur eine blutige Seite…mitnichten! Er scheint auch eine sehr anziehende Art an sich gehabt zu haben, oder vielleicht streift er ja immer noch durch Londons Straßen. Bei Nacht. Oder in den Abendstunden. Also Ladies, wenn Sie bei unserem ungeplanten Londonaufenthalt heute Abend Essen oder Tanzen gehen wollen, geben Sie acht auf sich, lassen Sie sich nicht zu sehr umgarnen von interessanten Fremden mit hypnotischen Augen. Die Warnungen in den Reiseunterlagen sind eindeutig!

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Und wenn Sie heute Abend in Ihrem Hotelzimmer verbleiben und vor lauter Neugier zu Ihren Unterlagen greifen, dann lassen Sie bitte Ihr Zimmerfenster geschlossen und wenn jemand im 3. Stock von Außen an eben dieses Fenster klopft, dann lassen Sie bitte alles geschlossen und ignorieren Sie um Himmels Willen das Säuseln, das Umgarnen. Es ist Teufels Werk! Ich möchte auch hier darum bitten, sich immer die Verzichtserklärung vor Augen zu halten, die Sie uns vor Antritt netter Weise unterschrieben haben!

Ich danke Ihnen, dass Sie mit uns reisen und falls Ihnen die Reise gefallen hat, lassen Sie es uns wissen 🙂 Und vielleicht möchten Sie ja auch uns von Ihrem Abenteuer auf den Spuren von Bram Stoker´s Dracula berichten? Wir freuen uns über Ihre Eindrücke!

Ebenso freuen sich die beiden Veranstalterinnen von der Bücherstöberecke und Stöberkiste – buchtastische Welten freuen sich, wenn Sie noch weitere Reisen buchen 🙂

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© Sabine Kettschau/Niliversum

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