Stephan Harbort „Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders“

Ich musste sie kaputt machen
©Sabine Kettschau/Niliversum

Stephan Harbort „Ich musste sie kaputt machen“
Anatomie eines Jahrhundert-Mörders

Autor: Stephan Harbort
Titel: Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders
Erscheinungsdatum: 11.10.2013
Verlag: Ullstein Taschenbuch
Medium: Taschenbuch
Preis: 9,99 Euro
Seitenzahl: 384
ISBN: 978-3548374796
Genre: Sachbuch

Weitere Ausführungen:
Ebook: 8,99 Euro

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Über den Autor/die Autorin:

Stephan Harbort, geboren 1964 in Düsseldorf, ist Kriminalhauptkommissar und Deutschlands bekanntester Serienmord-Experte. Er entwickelte international angewandte Fahndungsmethoden zur Überführung von Serienmördern und ist als Fachberater für TV-Beiträge tätig.
(Quelle: Verlag)

Inhalt:

Über 20 Jahre hat Joachim Georg Kroll ganz Deutschland mit seinen grausamen Morden in Atem gehalten. Stephan Harbort zeichnet seine Geschichte minutiös nach und versucht, Erklärungen auch dem Leser nahe zu bringen, warum sich ein unscheinbarer Mann derartig zu einem Monster entwickeln konnte und musste. Ein schonungsloses Psychogramm.

Meine Meinung:

Kindheitserinnerungen

Als das Buch zu mir kam und ich in diese Augen auf dem Cover sah, da bekam ich eine Gänsehaut. Diese sollte mich 384 Seiten lang nicht mehr verlassen und noch begleitet von Entsetzen und echten Erinnerungen bis zum Schluss bleiben.

Meine Intention, mich für eins der Rezensionsexemplare zu bewerben war klar. Ich verfolge die Arbeit des Autoren schon geraume Zeit und bin generell an der Aufklärung, wenn es um Serienmorde geht, sehr interessiert. Und dann habe ich schon häufiger die Erfahrung gemacht, wenn es eine Sendung im TV war, dass ich die Augen der Mörder sehen will. Sie reden hören will, warum sie etwas tun, wie sie es tun etc. Ich suche nach dem menschlichen Funken, den ich immer noch irgendwo erhoffe.

Auch hier war es so. Wo ist der Mensch, der all das getan hat. Der hauptsächlich Kinder und Frauen brutalst ermordet hat. Sich an ihnen verging.

Er war offenbar ein Suchender. Er suchte nach Erlösung, so unvorstellbar das klingen mag, aber das ist für mich die Kernaussage. Er war fehlgeleitet, schon ganz früh wurde er offenbar im Stich gelassen, auch von seinen Eltern, seinem Vater, dort erfuhr er auch nur Ablehnung…

Und schwups finde ich mich wieder, selbst analysieren zu wollen. Doch das überlasse ich besser dem Autor.

Mir bleiben beim Lesen Erinnerungsfetzen, die hoch kommen. 1976, als Kroll gefasst wurde, war ich 6 Jahre. Ich kann mich natürlich nicht mehr ganz explizit an ihn erinnern. Aber der Name und was er getan hatte, das war hier in Duisburg immer ein Thema. Und damals ganz besonders in der Zeit vor seiner Ergreifung. Da wurde hier verstärkt darauf geachtet, dass wir Kinder nie allein irgendwo rumliefen, nie allein spielten und es war ein ständig latentes Misstrauen allen Fremden gegenüber zu spüren.

Wenn ich das dann jetzt in Einklang mit dem Gelesenen bringe, dann gruselts mich besonders. Nun bin ich ja schon ein paar Tage älter, nehme das ganze bewusster wahr und bin über die ganzen Vorgänge, über das, was Kroll getan hat und wie er trotzdem so lange Zeit durch die Netze der Behörden schlüpfen konnte, mehr als schockiert! Wie nah das ganze meinem persönlichen Umfeld tatsächlich war, wird mir erst jetzt bewusst und erschreckt mich!

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr aussagekräftig. Stephan Harbort seziert wirklich die Vorkommnisse und man ist als Leser sehr sehr nah bei allem Geschehen dabei. Für manchen vielleicht zu nah. Man muss sich von vorneherein darüber im Klaren sein, dass es sich um einen Triebtäter handelt, für den die Grenzen des „normalen“ nicht gegolten haben!

Aber es ist auch interessant, die Verstrickungen innerhalb der Ermittlungsbehörden einmal von einem Insider dargestellt zu bekommen. Gerüchte sind ja immer da, aber tatsächliches Wissen ist ja doch noch eine ganz andere Hausnummer!

Kann ich das Buch empfehlen? Sollte ich es? Ich weiß es nicht! Ich habe es verschlungen, weil ich keine rosarote Brille aufhatte und mir irgendwie klar war, dass nicht ganz so leichter Stoff auf mich zu kommt, weil ich interessiert bin an der Aufklärung solcher Fälle. Und natürlich ein Interesse an der Arbeit von Stephan Harbort besteht.

Fazit:

Die sehr fundierte Chronologie der Untaten eines deutschen Serienmörders, nichts für zarte Gemüter.

Bewertung:

5 von 5 Nilpferden

Danke an Stephan Harbort für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Weitere Titel des Autors:

Das Hannibal-Syndrom: Phänomen Serienmord
Killerfrauen: Deutschlands bekanntester Serienmordexperte klärt auf
Der klare Blick: Mit dem Wissen des Profilers Lügen entlarfen und richtige Entscheidungen treffen
Killerinstinkt: Serienmördern auf der Spur
Das Serienmörder-Prinzip: Was zwingt Menschen zum Bösen?
Aus reiner Mordlust: Der Serienmord-Experte über Thrill-Killer
Gemeingefährlich: Deutschlands schlimmste Verbrecher – ein Kommissar berichtet
Ich liebte eine Bestie: Die Frauen der Serienmörder
Begegnung mit dem Serienmörder: Jetzt sprechen die Opfer
Die Maske des Mörders: Serientäter und ihre Opfer
Ein unfassbares Verbrechen: Der Fall Monika F.
100 Prozent tot: Das Phantom vom Grunewald
Mörderisches Profil: Phänomen Serienkiller
Der Liebespaar-Mörder: Auf der Spur eines Serienkillers
Wenn Frauen morden: Spektakuläre Kriminalfälle

Diese Rezension erscheint auch hier:

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© Sabine Kettschau/Niliversum

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4 Kommentare zu “Stephan Harbort „Ich musste sie kaputt machen. Anatomie eines Jahrhundert-Mörders“

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