#TausendTeufelTour – Tag 6 :) Station im Niliversum!

Herzlich Willkommen zum 6. Tag unserer #TausendTeufelTour, die heute in meinem Niliversum Station macht!

Auf den vorangegangenen Stationen habt Ihr ja schon eine Menge gesehen und erfahren. Ich kümmer mich heute um das leibliche Wohl. Naja, ob es tatsächlich immer so „wohl“ war, damals, kurz nach dem Krieg, das wage ich zu bezweifeln. Aber die Menschen mussten sich ja irgendwie ernähren. Da machen wir uns heute keine Vorstellungen, wie schwer es damals war, wirklich was auf den Tisch des Hauses zu bekommen, was nahrhaft und schmackhaft war. Das zweite blieb oftmals auf der Strecke. Aber man muss den Menschen, den Frauen, zu Gute halten, dass sie eine unglaubliche Kreativität an den Tag legten. Gerade, wenn Kinder im Haus waren. Oder der Mann versucht hat, auch mal was besonderes zu ergattern. Siehe Schwarzmarkt…

Auch Max Heller und seine Frau Karin versuchen ständig, irgendwas aus der ganzen prekären Situation zu machen, verzweifeln so manches Mal. Doch gab es auch bei ihnen das eine oder andere, was ich hier zeige, schon mal auf den Tisch des Hauses.

Nachdem ich Tausend Teufel beendet hatte, war ein Gedanke ganz weit vorne: Was gab es denn so, um die Mägen zu füllen? Im Buch selber werden nämlich schon Beispiele genannt. Nicht wirklich kulinarisch anspruchs- und geschmackvoll…

Da war die Rede von Steckrüben. Kennt die heute noch wer? Außer als Viehfutter? Ich habe sie noch „untereinander“ von meiner Tante, die im Krieg Kind war und in mageren Zeiten von ihrer Mutter das kennen gelernt hat, bekommen. Und ich fand sie oberlecker… Wenn man sich aber vorstellt, man müsste über einen längeren Zeitraum sich davon ernähren, wenn man zumindest einmal am Tag etwas warmes haben wollte, dann kann man schon nachvollziehen, dass einem die Rüben irgendwann aus den Ohren rauskamen!

Schön mit Pfeffer, damit es mehr Wums hatte…so habe ich das wie gesagt von meiner Tante vorgesetzt bekommen. Gerne mit gebratenen Blutwurstscheiben. Meine Großeltern hatten das Glück, einen Schlachter zum Freund zu haben, der immer mal eine Blutwurst/Panhas für sie abgezwackt hat, die gab es dann dazu.

Wie ich festgestellt habe, hat selbst Tim Mälzer sich dieser vergessenen Feldfrucht angenommen 🙂 „Omas Steckrübeneintopf klingt auch gut 🙂

Ich finde, jetzt gerade, wo es kalt wird, da könnte man das eigentlich mal machen! Es werden ja eh alte Gemüse- und Obstsorten wieder vorgekramt und gehyped, da könnte man die Steckrübe auch wieder vorholen! Ich bin gerne dabei 🙂

Oftmals wurden Gemüse, Kräuter verwandt, die man in der Umgebung finden konnte, selbst im kleinen Garten hinterm Haus anbaute, oder sich sonst irgendwie beschaffte 😉

Was auch aus der Zeit stammt, ist „Himmel un Erd“ (Himmel und Erde). Die Kartoffeln und die Äpfel hat man sich ertauscht, oder ist losgezogen und hat sie irgendwo „geklaut“, anders war ein Rankommen an sowas nahrhaftes schier unmöglich. Aber auch hier wieder: Blutwurst als Beilage und sparsam eingesetzt, sonst isst man sich über! Wenn ich jetzt die Augen schließe, habe ich gleich den Geruch und den Geschmack im Mund ❤ Die Zwiebeln waren denn auch wieder eine schöne Möglichkeit, dem ganzen noch mal etwas Wums zu geben!

Es gibt einige Varianten des Ganzen, wer mag, HIER sind einige Rezepte 🙂

Auch aus der Zeit stammt „Knisterfink“, wieder etwas untereinander. Hier kommen auch die Rüben wieder zum Zuge, denn den Knisterfink kennt man bei uns auch als „Stielmus“, wobei Rübenstiele verwendet wurden. Ein sattmachendes, warmes Gericht, was wohl auch in dem ein oder anderen „Henkelmann“ von den Männern zur Arbeit mitgenommen wurde oder von der Frau mittags vorbeigebracht wurde. Auch das habe ich bei Tante und Opa kennenlernen können/dürfen.  Ich gebe zu, es sah nicht zwingend appetitlich aus, war aber auch sehr lecker 🙂 Meistens wurde hierzu, wenn zu bekommen, Bratwurst oder auch Panhas/Blutwurst gebraten. Ich merke gerade, wie ich das alles vermisse 😉

Und wie ich festgestellt habe, gibt es noch mehr Menschen, die das wohl zu schätzen wissen, HIER mal ein Rezept, falls ich Euch auch Appetit gemacht habe 🙂

Aber neben Gemüsen untereinander versuchte man sich auch den Magen mit einfachen Suppen zu füllen und sich zu wärmen. Im Gedächtnis ist mir persönlich da die Mehlsuppe, oder besser gesagt die Brennsuppe. Schnell gemacht und warm eben, zu meinen Zeiten mit Maggi aufgepimpt 😉 Aber eben kurz nach dem Krieg mussten mitgekochte einfache Kräuter ausreichen.

Brennsuppe

Auch hier gibt es Rezepte, die man nachkochen kann, um eine ungefähre Ahnung zu bekommen, was in den Nachkriegsjahren herhalten musste, um die Menschen sattzubekommen! Falls ihr Interesse daran habt, schaut mal HIER.

Es herrschte allerdings nicht nur Mangel an Nahrungsmitteln. Auch ein für uns selbstverständliches Getränk war nicht zu bekommen, ebenso unvorstellbar für uns heute! Die Rede ist vom Kaffee. Wir trinken das aromatische Heißgetränk heute ohne groß darüber nachzudenken, ist es doch überall und nirgends zu bekommen, in ganz einfacher, gemahlener Qualität und die Luxusvarianten. Doch kurz nach dem Krieg sah das ganz ganz anders aus!

Hier bei uns in der Region hieß die Alternative, um nicht ganz auf sowas ähnliches wie Kaffee verzichten zu müssen „Muckefuck“, woanders auch Blümchenkaffee. Beides bezeichnete eine besonders dünne „Plörre“ (O-Ton meines Opas *gg*), bei der man eben die Blümchen unten auf dem Tassenboden erkennen konnte. Verwendet wurden wenige Kaffeebohnen, die man sich auch ertauschte, vermischt mit Zichorien (Wegwarte). Das war dann echter Luxus für die Leute!

Löwenzahn-Wurzel-Kaffee (Muckefuck) | Bild: BR

 

Das sind so mal ein paar Sachen, die ich persönlich kennen gelernt habe oder von denen mir erzählt wurden. Schon Wahnsinn, wenn man bedenkt, was heute alles möglich ist… Und irgendwie macht mich persönlich das wirklich nachdenklich! Euch auch? Ich will Euch aber die Stimmung nicht vermiesen! Deswegen machen wir den Schwenk jetzt mal zu was angenehmem 🙂

Als kleines Schmankerl hat ja jede von uns 7 Frank Goldammer eine Frage gestellt, die er uns beantwortet hat und somit ergibt sich ein kleines Interview 🙂

Meine Frage an ihn war (passend zu meinem Thema): 

Lieber Frank,
mein Thema ist die Ernährung in der Zeit so kurz nach dem Krieg. Hast Du das, was Du im Buch erwähnst, auch selbst mal probiert? Und wenn ja, wie war das?

Seine Antwort:

So richtig nachgetestet habe ich nichts. Ich weiß viel von meinen Großeltern. Haferbrei und Steckrübengemüse esse ich jetzt ab und an, ganz freiweillig, Mehlsuppe geht gar nicht bei mir, ebenso Griessspeisen (Brechreiz!).

Freut mich ja, dass „meine“ Steckrüben ihm auch schmecken 🙂

So und jetzt seid Ihr gefragt 🙂 Wie Ihr wisst, gibt es ja bei unserer #TausendTeufelTour auch wieder was tolles zu gewinnen: Ein signiertes Exemplar von „Tausend Teufel“ (glaubt mir, wer sich das entgehen lässt, ists selber Schuld!). Ein bisschen was dafür tun müsst Ihr nun auch. Nämlich auf JEDEM der 7 Blogs die Tagesfrage als Kommentar beantworten. Erst dann sichert Ihr Euch einen Platz im Lostopf!

Die heutige Frage an Euch hat auch wieder was mit dem Thema zu tun:

Kennt Ihr noch weitere Rezepte, bzw. Gerichte aus dieser Zeit?

Zeit für die Beantwortung hier und falls Ihr erst später zur Tour dazugestoßen seid, auch auf allen anderen teilnehmenden Blogs, habt Ihr bis Dienstag, den 21.11.2017, 23.59 Uhr.

Weitere Teilnahmebedingungen:

– Teilnahme ab 18 (ab 16 mit Erlaubnis der Eltern)
– Teilnahme nur aus Deutschland möglich
– Rechtsweg ist ausgeschlossen
– Keine Haftung für Versand
– Keine Barauszahlung möglich
– Meldet sich der Gewinner auf unsere Nachricht nicht innerhalb von 7 Tagen, wird neu ausgelost.

Ein Verbreiten auf allen Euch bekannten Kanälen fänden wir auch super, hat aber keinen Einfluss auf die Gewinnchancen. Auch müsst Ihr uns nicht zwingend folgen, aber wir freuen uns natürlich über neue Leser!

Nach dem Teilnahmeschluss wird alsbald der Gewinner/die Gewinnerin ausgelost und auf allen teilnehmenden Blogs bekanntgegeben.

Hier noch mal alle Stationen der #TausendTeufelTour

heute bei mir 🙂

Falls Ihr schauen mögt, was wir #7aufeinenStreich sonst noch so an Touren verbrochen haben, bitte sehr, einmal HIER entlang 😉

Wir hoffen, Euch gefällt unsere #TausendTeufelTour!

(Warum hier unten die Formatierung so blöd ist, weiß ich jetzt auch nicht, tut mir aber leid!!!)

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6 Kommentare zu “#TausendTeufelTour – Tag 6 :) Station im Niliversum!

  1. Ich dachte, jetzt kommt nur der Hinweis auf Steckrüben und Mehlsuppe 😀 Wobei ich Steckrüben zwar nicht allzu gut vertrage, geschmacklich ist an ihnen jedoch nichts auszusetzen. Vielleicht liegt es daran, dass ich noch mit recht bodenständigem, nordischen Essen aufgewachsen bin. Bei uns gab es keine Fertigprodukte, selbst Nutella wurde nicht gekauft. Auch ich kenne es, dass das Grün von Kohlrabi und Karotte essbar sind und das Grün der Knollensellerie als zum Würzen mit im Topf landet. Mehlsuppe kenne ich nicht, aber Haferbrei, neuerdings als Porridge wieder modern zulande. Sogar Muckefuck sagt mir was, wenn auch nur aus Erzählungen. Aus Mangel an Zahncreme und Zahnbürste mussten die Kinder meiner alten Nachbarin übrigens abend Apfel und Schwarzbrot essen, das war der Ersatz. Sie konnte noch alte Kohleintöpfe kochen, die gar nicht so schlecht schmeckten.
    Doch, mir fällt tatsächlich noch was ein: Vogelmiere und Giersch, die man ebenso wie Löwenzahn gut als Salat essen kann. Und meine Mutter machte Holunderbeersuppe mit Grießklößen *würg*

    Gefällt 1 Person

  2. Hallo und guten Tag,

    nun, mein Stiefvater hat diese Zeit auch noch erlebt und er hat uns immer erzählt…das man aus den gesammelten Bucheckern oder auch Eicheln gerne Mehl zum Backen oder auch Kaffee gemacht hat…

    LG..Karin…

    Gefällt 1 Person

  3. Nein, bei uns wurde zwar viel über die Zeit erzählt, aber über Essen haben wir dabei nur selten gesprochen, Rezepte sind mir daher nicht in Erinnerung geblieben (vielleicht habe ich das auch verdrängt).

    Liebe Grüße

    Gefällt 1 Person

  4. Hi Sabine,
    Brennspuppe kenne ich auch noch. Bei uns gab es oft Blumenkohl und „Kratzete“, das ist so eine Art Pfannkuchen, Mehl, Eier und Wasser mit etwas Salz würzen, in der Pfanne anbraten und ständig in der Pfanne kratzen, so dass es kleine, gebratene Teigstückchen gibt. Ich mag das ganz gerne und koche das ab und an. Die Kratete kann man auch gut zu Soßen essen.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochende
    Biggi

    Gefällt 1 Person

  5. Hallo,
    meine Mutter erzählt immer davon, wie furchtbar sie Graupensuppe fand und dass sie die darum nie gekocht hat. Steckrüben habe ich als Kind mal gegessen, fand ich gar nicht mal so schlecht. Himmel und Erde gibt es hier immer noch oft, vor allem im Herbst.
    Ein toller Beitrag mit den Fotos und sehr informativ.

    Liebe Grüße, Jutta

    Gefällt 1 Person

  6. Pingback: #TausendTeufelTour | lesende Samtpfote

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